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Österreichische Marine
und
k.u.k. Kriegsmarine |
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Oben: Flagge der
Österreichischen Marine
1786 bis 1869 und der
k.u.k. Kriegsmarine
1869 bis 1918
Links: Figurine eines Matrosen
der k.u.k. Kriegsmarine in
Sommeradjustierung,
© Heeresgeschichtliches Museum Wien |
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| Die Österreichische Marine war die Gesamtheit aller militärischen
Einheiten Österreichs zu Wasser. Die Gesamtheit der zivilen und Handelsschifffahrt wird
als Österreichische Handelsmarine bezeichnet. Die militärische Schifffahrt hatte ihren
Ursprung in der seit dem 16. Jahrhundert existierenden Donauflottille und der seit Ende
des 18. Jahrhunderts bestehenden Mittelmeerflotte. Bis 1867, vor dem Ausgleich zwischen
Österreich und Ungarn, wurde sie als Österreichische Kriegsmarine bezeichnet. Danach,
bis 1918, operierte sie als k. u. k. Kriegsmarine. Zu ihrem Höhepunkt vor Ausbruch des
Ersten Weltkriegs war sie die sechstgrößte Kriegsflotte der Welt. Mit der Niederlage der
Mittelmächte und der Auflösung Österreich-Ungarns war auch das Schicksal der
Kriegsmarine besiegelt. Die Schiffe der Mittelmeerflotte und Teile der Donauflottille
gingen in den Besitz der Siegermächte über. Österreich blieben nur einige
Patrouillenboote auf der Donau. Die letzten beiden Patrouillenboote stellten im Herbst
2006 ihren Dienst ein. |
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| Österreichischer Marinestützpunkt in Pula |
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| Die wichtigsten Seehäfen der Marine waren im damals zur
Österreichisch-Ungarischen Monarchie zählenden Triest (heute zu Italien) und Pola (heute
zu Kroatien) im Küstenland. Die Flotte wurde am Ende des Ersten Weltkriegs 1918 dem neuen
südslawischen Nationalrat übergeben. Wichtige Donauhäfen waren in Linz und
Klosterneuburg. |
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| Anfänge der österreichischen Marine |
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| Zwar gelangten bereits im 14. Jahrhundert erste Küstenlandstriche der
kroatischen Adriaküste in habsburgischen Besitz, doch überließ man lange Zeit den
Seehandel und die Verteidigung von eben diesem gegen maurische und osmanische Freibeuter
der Eigeninitiative der Küstenbewohner. Erst in den Kriegen gegen das Osmanische Reich ab
dem 16. Jahrhundert kam es zur Gründung einer kaiserlichen Donauflottille, um einerseits
den osmanischen Flussstreitkräften etwas entgegenzusetzen und andererseits die
Landoperationen zu unterstützen. |
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| Venedig, Panorama Ansicht - Kupferstich um 1840 |
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Unter Kaiser
Joseph II. kam es zur Gründung einer österreichischen Kriegsmarine, die mangels
finanzieller Mittel jedoch nur wenige Kriegsschiffe umfasste. Mit dem Frieden von
Campoformio im Jahre 1797 gelangten jedoch Venedig und die kroatische historische Region
Dalmatien in österreichischen Besitz, die venetianische Flotte mit eingeschlossen.
Venedig blieb während der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts auch Haupthafen der
Kriegsmarine und wurde erst später durch eigene Kriegshäfen, in Pola und Cattaro,
abgelöst. |
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| Helgoland, die brennende "Schwarzenberg" |
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| Die Bedeutung der Kriegsschiffsflotte für Österreich zeigte sich
erstmals 1864 durch die Seesiege Wilhelm von Tegetthoffs bei Helgoland im
Deutsch-Dänischen Krieg. In dessen Zeit als oberster Admiral der Kriegsmarine begannen
dringend notwendige Reformen, wie die Einführung einer einheitlichen Dienstsprache zur
Beendigung von Verständigungsproblemen unter den kroatischen, italienischen und
österreichischen Seeleuten auf hoher See, und die nachhaltige Modernisierung der Flotte.
Die italienische Marine war bis dahin der österreichischen noch deutlich überlegen.
Entscheidender Wendepunkt war jedoch die Seeschlacht von Lissa, in welcher Österreich
1866 die zahlenmäßig überlegenen Italiener durch die Rammtaktik besiegte. Diese ersten
großen Erfolge der österreichischen Marine garantierten auch die benötigten
finanziellen Mittel zur Modernisierung der Flotte. Holz als Baumaterial wurde zusehends
durch Eisen ersetzt, die Seeschlacht von Lissa sollte auch die letzte Schlacht bleiben,
die durch Einsatz von Rammkreuzern entschieden wurde. |
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| Seeschlacht von Lissa. Gemälde von E. Nezbeda, 1866. |
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| Von diesem Zeitpunkt an war Österreichs Marine in der Adria eine ernst
zu nehmende Seestreitkraft. Neben militärischen Aufgaben kam der Kriegsmarine auch eine
volkswirtschaftliche und wissenschaftliche Bedeutung zu, die sich in zahlreichen
Forschungsreisen österreichischer Kriegsschiffe manifestierte. Zahlreiche Reisen zu allen
Kontinenten erfolgten zum Ausbildungszwecke der Mannschaft, wobei jedoch auch das
Flagge zeigen auf den Weltmeeren zu Prestigezwecken ein erwünschter
Nebeneffekt war. |
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| Uniformen der k.u.k. Kriegsmarine |
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Hochseeschifffahrt: Die Mittelmeerflotte
Gründung als Österreichische Kriegsmarine |
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| Obwohl die seit Ende des 18. Jahrhunderts existierende Kriegsmarine die
österreichische Flagge zeigte, war sie ursprünglich italienisch dominiert, machte doch
die einst venetianische Flotte, die 1797 im Frieden von Campoformido in österreichischen
Besitz gelangte, das Herzstück der österreichischen Kriegsmarine aus. Es gab vorerst
kaum deutschstämmige Marineoffiziere und Seeleute, diese kamen alle aus dem italienischen
Teil der Monarchie. 1848, im Zuge der Revolution in Österreich und Ungarn wollte neben
anderen italienischen Provinzen auch Venedig los von Österreich hin zu einem geeinten
italienischen Staat. Diesem Aufstand schlossen sich auch die österreichischen Soldaten
und Seeleute italienischer Abstammung an, so dass die k. u. k. Kriegsmarine einen großen
Teil ihrer Schiffe an Venedig verlor, das zunächst erfolgreich in seiner
Unabhängigkeitsbewegung war. |
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| S.M. Brigg "Montecuccoli" |
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| Während es in ganz Österreich Unruhen gab und Radetzky die
österreichischen Truppen zurückzog, sammelten sich die treu gebliebenen Besatzungen mit
deren Kriegsschiffen in Triest, Pola und Fiume. Nach dem Sieg Radetzkys über die
Italiener 1849 bei Novara und dem darauf folgenden Frieden zog sich die sardinische Flotte
aus der Adria zurück und ermöglichte es so der österreichischen Marine, sich an der
Blockade von Venedig zwecks Rückeroberung zu beteiligen. Um die österreichische
Kriegsmarine neu aufzubauen, machte man sich auf die Suche nach einem geeigneten
Oberbefehlshaber. Gefunden wurde dieser in der Person des dänischen Kommodore 1. Klasse
Hans Birch von Dahlerup. Dieser kommandierte im Jahr 1849 die Seeblockade von Venedig und
reorganisierte gleichzeitig die österreichische Flotte. Man bemühte sich verstärkt um
österreichische Seeleute, die Kommandos wurden in Deutsch und Italienisch gegeben, und
die italienischen Namen der Schiffe wurden ins Deutsche übersetzt. Mit dem Bau neuer
Schiffe wurde begonnen. |
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Venedig, Haupteingang des Arsenals.
Stich von Marieschi nach eigener Zeichnung |
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| Nach der Rückeroberung von Venedig verblieb der Sitz des
Marineoberkommandos vorläufig in Triest. Stimmen, die für Pola plädierten, wurden aber
schon damals laut, was Dahlerup aber ablehnte. Trotzdem kam am 20. November 1850 der
Befehl, in Pola ein Marinearsenal zu errichten. Zu Schulungszwecken verkehrten die Schiffe
der Kriegsmarine zwischen den österreichischen Adriahäfen und sicherten auch die
griechischen und türkischen Gewässer gegen Seeräuber. 1850 wurde Deutsch als allgemeine
Dienstsprache eingeführt. Im August 1850 bat Dahlerup um seinen Abschied und ihm folgte
Feldmarschallleutnant Graf Franz von Wimpffen, ein Offizier des Landheeres. Während
dessen Kommandozeit wurde das bisherige Marinekollegium in eine Marineakademie umgewandelt
und der Ausbau von Pola beschleunigt. 1854 legte Graf Wimpffen das Kommando nieder. Am 10.
September 1854 wurde Erzherzog Ferdinand Maximilian von Kaiser Franz Joseph I., seinem
Bruder, zum neuen Oberkommandanten der österreichischen Kriegsmarine ernannt. |
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| S.M. Fregatte "Guerriera" |
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Beschießung von St. Jean d'Acre 1840,
im Vordergrund S.M. Fregatte "Medea" |
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| 1859 kam es abermals zum Krieg mit Italien im Sardinischen Krieg.
Dieser sah Erzherzog Ferdinand Maximilian in der Doppelfunktion als Oberkommandant der
Kriegsmarine und als Generalgouverneur von Lombardo-Venetien. Der Umstand, dass die Flotte
noch nicht die notwendige Stärke erreicht hatte, erlaubte es nicht, diese offensiv gegen
den Feind einzusetzen. Es galt vielmehr, mögliche feindliche Angriffe abzuwehren. In dem
am 10. November 1859 geschlossenen Frieden von Zürich blieb der Zugang zur Adria
erhalten, und die Kriegsmarine war gerettet. Das Jahr 1860 brachte die Eingliederung des
Flottillenkorps in die Kriegsmarine: die Lagunen-, die Gardasee- und die Donauflottille
unterstanden nicht mehr länger dem Landheer. Die ersten Panzerfregatten Österreichs
liefen 1861 von Stapel (Salamander und Drache, 1862 die
Kaiser Max). 1864 folgte Erzherzog Ferdinand Max dem Ruf aus Mexiko und wurde
Kaiser von Mexiko. Sein Nachfolger wurde Erzherzog Leopold, wieder ein Offizier des
Landheeres |
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| Kaiser Franz Joseph I. und die Marine |
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| 1869 - aus Anlass der Eröffnung des Sueskanals - unternahm Kaiser
Franz Joseph I. eine ausgedehnte Schiffsreise. Er erwiderte bei dieser Gelegenheit einen
Staatsbesuch des türkischen Sultans. Weiters besuchte er die Heiligen Stätten in
Jerusalem - er trug ja unter anderem auch den Titel König von Jerusalem, wo
er im Österreichischen Hospiz nächtigte. Des knappen Zeitplans wegen musste der Kaiser
am 14. November trotz des stürmischen Wetters mit einem Ruderboot auf die kaiserliche
Privatjacht Greif gebracht werden. Mit Müh´ und Not gelangte er dort
durchnässt und durchfroren und auf eine eines Kaisers sicher nicht würdige Art an Bord.
Seit diesem Tag soll der Kaiser ein gestörtes Verhältnis zur Seefahrt besessen haben und
die zahlreichen Anekdoten, die sich um dieses Abenteuer rankten, werden ihm bei dieser
Vergangenheitsbewältigung sicher nicht geholfen haben. Am 7. April 1871 verstarb
Tegetthoff in Graz. Unter großen militärischen Ehren wurde er in Wien auf dem
Matzleinsdorfer Friedhof beigesetzt, Kaiser Franz Joseph I. allerdings blieb der Zeremonie
fern. Am 31. Oktober 1872 wurde der Sarkophag nach Graz auf den Sankt-Leonhard-Friedhof
überführt. |
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| Weitere Einsätze der Marine |
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| Die folgenden Jahre waren vor allem von wissenschaftlichen Fahrten
geprägt. Der Balkan aber bereitete immer wieder diplomatische und auch militärische
Probleme. 1868 wurde ein neues Wehrgesetz erlassen, das eine mehrjährige Dienstzeit für
alle Wehrpflichtigen vorsah. Die Bevölkerung der Region Krivoije nahe von Cattaro
setzte sich gegen diesen Plan zur Wehr, und es kam zu Kampfhandlungen zwischen
Aufständischen und Armee-Einheiten, die von der Marine unterstützt wurden. 1878 kam es
auf Einladung des deutschen Kanzlers Otto von Bismarck zum Berliner Kongress, in dessen
Folge der Balkan auf Kosten der Türkei aufgeteilt wurde. Österreich-Ungarn wurde mit der
Okkupation Bosnien-Herzegowinas beauftragt. 1882 kam es wieder zu einem Aufstand in der
Krivoije, der das Eingreifen der Marine nötig machte. 1908 kam es im Zuge der
Annexion Bosnien-Herzegowinas abermals zu einer Krise im Raum Cattaro, bei der die Marine
eingesetzt wurde. |
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| Eingreifen am chinesischen Boxeraufstand |
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| Zu Beginn des Boxeraufstands in China im April 1900 war
Österreich-Ungarn mit der S.M.S. Zenta vertreten, die sich in China befand,
und so war die Donaumonarchie von Beginn an in die Ereignisse und durch nach Peking in die
Botschaft entsandte Matrosen und Offiziere auch in die Kampfhandlungen verwickelt. Die
nach China entsandte Verstärkung (S.M.S. Kaiserin und Königin Maria
Theresia, S.M.S. Kaiserin Elisabeth, S.M.S. Aspern) kamen
für ein Eingreifen in die Kampfhandlungen aber zu spät. |
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| S.M.S. "Zenta" |
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| Im Ersten Weltkrieg |
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| Unter den Marinekommandanten Hermann von Spaun, Rudolf Montecuccoli und
Anton Haus entstand die moderne Flotte, mit der Österreich-Ungarn in den Ersten Weltkrieg
eintrat. Wesentlichen Anteil am Ausbau der Flotte hatte auch der 1914 ermordete Erzherzog
Ferdinand, der zahlreiche Neubauten durchsetzen konnte und auch für die Einführung von
U-Booten ab 1908 verantwortlich zeichnete. Am 24. Juni 1911 wurde mit der SMS Viribus
Unitis (mit vereinten Kräften) der erste österreichische Schlachtschiff nach
Vorbild der britischen Dreadnoughts gebaut. Diese größte Klasse der Kriegsschiffe wurde
in Österreich in der Viribus-Unitis-Klasse zusammengefasst, die außer der Viribus Unitis
mit der SMS Tegetthoff (1912), der SMS Prinz Eugen (1912) und der SMS Szent István (1914)
auch noch drei weitere Großkampfschiffe umfasste. Die Viribus Unitis war das erste Schiff
der Welt, das seine Geschütze in vier Drillingstürmen angeordnet hatte. |
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| S.M.S. "Viribus Unitis" |
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| Der Kreuzer S.M.S. Kaiserin Elisabeth wurde beim Stationsdienst bei
Tsingtau (Haupthafen der deutschen Kolonie Kiautschau) vom Ersten Weltkrieg überrascht
und unterstellte sich der Befehlsgewalt des deutschen Gouverneurs. Japan beanspruchte
diese Kolonie und erklärte dem Deutschen Kaiserreich und Österreich-Ungarn den Krieg.
Während deutsche Einheiten (darunter auch die berühmte Emden) ausliefen, blieb das
österreichische Schiff mit einem deutschen Kanonenboot zur Verteidigung zurück. Nach
zwei Monaten Kampf kapitulierte Tsingtau. Um die S.M.S. Kaiserin Elisabeth nicht
übergeben zu müssen, wurde sie in der Nacht zum 2. November 1914 von der eigenen
Besatzung versenkt. Die deutschen und österreichischen Verteidiger blieben bis 1920 in
japanischer Kriegsgefangenschaft. |
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| S.M.S. "Kaiserin Elisabeth" |
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Die Planungen des Dreibundes (Österreich-Ungarn, Deutsches
Kaiserreich, Italien) hatten für das Mittelmeer einen Flottenstützpunkt in Messina
(Sizilien) vorgesehen. Durch die anfängliche Neutralitätserklärung Italiens verlor die
Flotte von Österreich-Ungarn den zentral im Mittelmeer gelegenen Stützpunkt und war nach
dem feindlichen Kriegseintritt Italiens in der Adria eingesperrt. Ihr verblieb nur noch
die Freihaltung der Adria von feindlichen Einheiten, der Schutz der Küste und der Inseln
vor feindlichen Angriffen, der Schutz der Handelsschifffahrt entlang der Küste sowie die
Unterstützung der k.u.k. Armee im Küstengebiet beziehungsweise an der Südfront durch
Nachschub. Eine der Aufgaben der Flotte lag auch darin, die Küste Montenegros, das der
Donaumonarchie feindlich gegenüberstand, zu blockieren und damit auch Serbien vom
Nachschub der Entente, der über den Hafen von Antivari lief, abzuschneiden.
Am 16. August 1914 erschien das Gros der französischen Mittelmeerflotte vor Antivari, um
die beiden dort Blockadedienst tuenden Schiffe, den Kreuzer Zenta und den Zerstörer Ulan
anzugreifen. Die Ulan brachte sich im Marinestützpunkt in der Bucht von Cattaro in
Sicherheit. Die Zenta aber stellte sich dem ungleichen Kampf und wurde als erstes
Kriegsschiff der österreichisch-ungarischen Kriegsmarine versenkt. 130 von etwa 320 Mann
Besatzung überlebten, gerieten aber in montenegrinische Kriegsgefangenschaft, aus der sie
1916 befreit wurden. Auf dem Staatsgebiet von Montenegro befand sich über Cattaro der
Lovcen-Pass, von dem aus die österreichischen Aktivitäten an Land und auf dem Wasser
beobachtet und beschossen werden konnten. Durch französische Batterien wurde diese
Stellung ausgebaut, es gelang der S.M.S. Radetzky und anderen Schiffen aber, diese
Stellungen zu zerstören. Im Januar 1916 konnten österreichisch-ungarische Armee- und
Marineeinheiten den Pass erobern. Dies ermöglichte nun den Ausbau der österreichischen
Anlagen in dem nun gesicherten Hafen, der sich auch zur wichtigsten U-Boot-Basis der
Kriegsmarine entwickelte. Von hier aus wurden die feindlichen Schiffe durch die Straße
von Otranto zurückgedrängt. |
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| Österreichische Schlachtschiffe in der Bucht von
Cattaro, 1915 |
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Nach der Kriegserklärung Italiens an Österreich-Ungarn (23. Mai 1915)
lief um 19 Uhr die gesamte k.u.k. Flotte aus den Häfen Pola, Sebenico und Cattaro aus, um
die Ostküste Italiens zwischen Venedig und Barletta anzugreifen. Hauptangriffsziel war
Ancona, aber auch Rimini, Vieste, Manfredonia, Barletta sowie Brücken und
Eisenbahnanlagen an der Küste wurden beschossen. Venedig wurde wegen seiner Lage in der
Lagune aus der Luft angegriffen. Bomben trafen das Arsenal und verursachten Brände.
Italiens Flotte wurde überrascht und setzte sich kaum zur Wehr, die österreichischen
Schiffe kehrten ohne Verluste wieder zurück. Nachdem es Italien in den nächsten Monaten
nicht gelang, sich für diese Schlappe zu revanchieren (Luftschiff Cittá di Ferrara von
Marinefliegern abgeschossen, Luftschiff Cittá di Jesi abgeschossen, Flaggschiff Giuseppe
Garibaldi durch U 4 versenkt) unternahm auch Italien so wie Frankreich keine Aktionen mehr
mit großen Schiffen. Kleine Schiffe, U-Boote und Marineflieger übernahmen auf beiden
Seiten die Hauptrolle.
Im Jänner 1917 beschlossen die österreichisch-ungarischen und deutschen Außenminister
und Flottenkommandeure den uneingeschränkten U-Boot-Krieg als Antwort darauf, dass
Schiffe der Entente als Schiffe neutraler Staaten getarnt Nachschub
transportierten. Kurz nach diesem Beschluss (am 8. Februar 1917) verstarb der
österreichische Großadmiral Anton Haus. Vom Kaiser abwärts waren zahlreiche hochrangige
Militärs beim Begräbnis in Pola anwesend. 1925 wurden seine sterblichen Überreste
exhumiert und auf den Hütteldorfer Friedhof in Wien überführt. Sein Nachfolger wurde
der gebürtige Kroate Admiral Maximilian Njegovan, der nach der Meuterei einiger
Kriegsschiffsbesatzungen um seine Versetzung in den Ruhestand bat. Letzter
Flottenkommandeur wurde etwas unerwartet Nikolaus von Horthy. |
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Die SMS Szent István sank als einziges der vier
österreichischen Dreadnoughts im Ersten Weltkrieg. |
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| Als Antwort auf den italienischen Versuch, die Straße von Otranto
unpassierbar zu machen, kam es im Sommer 1917 zum größten Seegefecht zwischen der
österreichisch-ungarischen Flotte und Kriegsschiffen Italiens, Frankreichs und
Großbritanniens. Zwar trug die österreichisch-ungarische Flotte im Kampf gegen die
stärkeren Feinde keine wesentlichen Schäden davon, während die Entente zwei Zerstörer,
14 Dampfer und ein Seeflugzeug verlor, doch die Sperre blieb bestehen. Im Oktober 1917
lief das Torpedoboot XI nach Italien über, nachdem die Offiziere und die deutschsprachige
Mannschaft überwältigt worden waren. |
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| S.M.S. "Wien" |
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| Das Schlachtschiff Wien wurde im Dezember im Hafen von Triest bei Nacht
und Nebel von einem unbemerkt herangekommenen italienischen Schiff torpediert. Die Wien
versank in wenigen Minuten, etwa 40 Mann ertranken. Im Juni 1918 plante das
Flottenkommando unter Horthy noch einmal eine große Offensive gegen die Sperre der
Otrantostraße. Unter Beteiligung der Großkampfschiffe sollte in zwei Gruppen angegriffen
werden. Allerdings wurde die zweite Gruppe unterwegs von einem Torpedoboot gesichtet und
angegriffen. Die SMS Szent István sank durch einen Torpedotreffer. Die geplante Offensive
wurde abgebrochen, da das Überraschungsmoment weggefallen war. Am 31. Oktober 1918
übergab Admiral Nikolaus v. Horthy auf Befehl Kaiser Karls I. die
österreichisch-ungarische Flotte als Geschenk dem neu gebildeten südslawischen
Nationalrat. Die rot-weiss-rote Kriegsflagge wurde um 16.45 Uhr zum letzten Mal eingeholt.
Die Hoffnung des Kaisers, dass der neue südslawische Nationalstaat in einem föderativen
Habsburgerreich aufgehen werde blieb aber unerfüllt. Das Kommando über die SMS Viribus
Unitis, das österreichisch-ungarische Flaggschiff, das nun Jugoslavia hieß, übernahm
der bisherige k.u.k. Linienschiffskapitän Janko Vukovic. Er starb nur zwölf Stunden
später gemeinsam mit hunderten Matrosen im Hafen von Pola, als am 1. November 1918 eine
von italienischen Kampfschwimmern angebrachte Mine explodierte. |
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Text auszugsweise aus |
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