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| Seeschlacht von Lissa |
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| Anton Romako: Admiral Tegetthoff in der Seeschlacht
von Lissa, 1878-1880 |
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Im Dritten Italienischen Unabhängigkeitskrieg gewann der
österreichische Admiral Wilhelm von Tegetthoff am 20. Juli 1866 durch Anwendung der
Rammtaktik die Seeschlacht von Lissa bei der heute Vis genannten Insel gegen die
überlegene italienische Flotte unter Admiral Carlo Pellione di Persano. Vermutlich
handelte es sich um die letzte durch Anwendung dieser Taktik gewonnene größere
Seeschlacht. Dies war die erste Seeschlacht, in der in größerem Umfang Panzerschiffe
eingesetzt wurden.
Trotz einiger Siege über Italien verlor Österreich aber den Krieg vor allem an der
zweiten Front gegen das mit Italien verbündete Preußen (Schlacht von Königgrätz) und
musste im Frieden von Wien Venetien an Italien abtreten. |
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| Vorgeschichte |
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| Im Juni 1866 brach der Krieg zwischen Preußen und Österreich aus.
Italien, mit Preußen alliiert, erklärte Österreich den Krieg und sandte Truppen in die
Lombardei. Obwohl die italienische Armee den Österreichern zahlenmäßig überlegen war,
wurde sie am 24. Juni besiegt und zum Rückzug gezwungen. Die Preußen retteten die
Situation, indem sie die Österreicher in der Schlacht von Königgrätz (heute: Hradec
Králové) am 3. Juli schlugen. Die Niederlage in Königgrätz und die Information, dass
die Österreicher über einen Waffenstillstand verhandelten, zwang die italienische Marine
zum Zug. Die Italiener wollten die österreichischen Gebiete an der Adria einnehmen. Diese
Gebiete wollten die Italiener in den Friedensverhandlungen als Verhandlungsgegenstand
nutzen. Der Kommandant der italienischen Flotte, Admiral Carlo Persano, kreuzte vom 9. bis
zum 11. Juli auf der geografischen Breite von Lissa ohne den Feind aktiv anzugreifen.
Persanos passives Verhalten wurde stark kritisiert und der Oberbefehlshaber der Marine
befahl ihm, irgendeine Erfolg versprechende Aktion zu unternehmen. Folglich wurde
beschlossen, die Insel Lissa (kroat. Vis), das so genannte Gibraltar der
Adria, einzunehmen. |
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| Das italienische Turmpanzerschiff RN Affondatore |
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| Das italienische Panzerschiff RN Re d´Italia |
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| Die Verteidigung von Lissa bestand aus 1.833 Soldaten, starken
Festungen und Küstenbatterien (Wellington, Bentainks, Magnaremi und Nadpostranje) mit
insgesamt 88 Kanonen. Weiter existierte eine Polizeistation auf dem Hügel Hum (585
Meter), mit einer Telegrafenverbindung zum Festland über die Insel Hvar. Die italienische
Flotte verließ Ancona, den italienischen Flottenstützpunkt, am Nachmittag des 16. Juli
und erreichte Lissa ohne einen detaillierten Operationsplan vorbereitet zu haben. |
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| Italienischer Angriff auf Lissa |
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Persanos Flotte kreuzte am 17. Juli bei Lissa, aber zu weit entfernt um
von den Verteidigern gesehen zu werden. Das einzige Schiff, das sehr nahe herankam, war
das Aufklärungsschiff RN Messaggero, welches den Stabschef der Flotte an Bord hatte, um
die Positionen der Küstenbatterien und Festungen aufzuklären. Am nächsten Tag näherte
sich die ganze Flotte der Insel und startete den Angriff. Einige Panzerschiffe wurden zum
Hafen von Hvar gesandt, um die Telegrafenverbindung Vis-Hvar-Split zu unterbrechen.
Weitere Aufklärungsschiffe wurden nach Nord-Westen entsandt. Das Gros der Flotte griff
Lissa um 10:30 Uhr an drei verschiedenen Positionen an. Das erste Geschwader von
Panzerschiffen unter Kommandant Giovanni Vacca eröffnete das Feuer auf die
österreichischen Batterien bei Komia. Das zweite Geschwader, unter dem Kommando von
Persano selbst, attackierte den Hafen von Lissa, während das dritte Geschwader, bestehend
aus hölzernen Fregatten unter Giovanni Battista Albini angewiesen war, die Batterien in
Nadpostranje zu zerstören und Truppen in der Bucht von Rukvac anzulanden. Das erste
Artillerieduell zeigte, dass die Küstenbatterien (speziell die in Komia) zu hoch
für die italienischen Kanonen lagen. Folglich zogen sich die italienischen Schiffe nach
einigen Stunden nutzlosen Bombardements zurück und unterstützten das zweite Geschwader
beim Angriff auf den Hafen von Lissa.
Am nächsten Tag (19. Juli) zog sich die gesamte Flotte vor dem Hafen von Lissa zusammen
und griff geschlossen an. Die Italiener bekamen Unterstützung durch das moderne,
turmbestückte Panzerschiff RN Affondatore und einige Truppentransporter. Diese Schiffe
nahmen ebenfalls am Angriff auf den Hafen von Lissa teil. Obwohl vier Panzerschiffe in den
Hafen eindringen konnten, wurde der Widerstand der Verteidiger nicht wesentlich
geschwächt. |
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| Beginn der Schlacht |
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Am dritten Tag (20. Juli) war die Lage der Verteidiger von Lissa
kritisch. Zwei Drittel der Kanonen waren am Vortag zerstört worden, und die Italiener
bereiteten am frühen Morgen die Landung vor. In dem Moment, als die Panzerschiffe den
entscheidenden Angriff auf den Hafen und die Batterien starteten und die Holzschiffe sich
mit 2.200 Mann der Bucht von Rogacic zur Landung näherten, sichtete und identifizierte
das Aufklärungsschiff RN Esploratore Schiffe, die sich aus nordwestlicher Richtung
näherten. Als Persano diese Information erhielt, stoppte er die Landeoperation und
steuerte dem Gegner entgegen. Nach einigen telegrafischen Nachrichten von Lissa über die
Präsenz und Aktivitäten der italienischen Flotte entschied der Kommandant der
österreichischen Flotte, Konteradmiral Wilhelm Freiherr von Tegetthoff, seine Position in
der Nordadria zu verlassen und den bedrängten Truppen bei Lissa zu Hilfe zu kommen. Er
handelte schnell die österreichische Flotte verließ den Liegeplatz Faana um
13:00 Uhr und eilte nach Süden.
In der Nacht vor der Schlacht hielt Tegetthoff mit vollen Segeln Richtung Lissa. Ein Sturm
vom Westen brachte Regen, Wind und heftigen Seegang, der das Segeln erschwerte, aber am
Morgen ließ der Sturm zur Gänze nach. Gegen 09:00 Uhr tauchten die Hügel von Lissa aus
dem Nebel auf, nur wenig später, nachdem sich die italienische Flotte im Meer nördlich
von Lissa verteilt hatte. |
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| Das österreichische Linienschiff SMS Kaiser nach der
Schlacht |
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| Das österreichische Flaggschiff, Panzerschiff
Ferdinand Max |
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Die österreichische Flotte segelte in Dreiecksformation. Das erste
Dreieck (in der Kommandantur von Admiral Tegetthoff) bestand aus sieben Panzerschiffen,
das zweite (in der Kommandantur von Kapitän zur See Anton von Petz) 1.000 Meter hinter
der ersten, bestand aus sechs Holzfregatten, geführt von dem Linienschiff SMS Kaiser und
das dritte (in der Kommandantur von Fregattenkapitän Eberle), 1.000 Meter hinter der
zweiten, bestand aus sieben Kanonenbooten. Dies war auch die Angriffsformation. Um 10:30
Uhr, als sich die beiden Flotten sehr nahe standen, befahl Tegethoff die Geschwindigkeit
zu erhöhen und befahl: Distanzschießen den Feind rammen. Die
hölzernen Schiffe wurden angewiesen, die Panzerschiffe zu unterstützen. Angeblich sagte
Persano, als er den Feind sah: «Ecco i pescatori!» (Hier kommen die
Fischdampfer!), dies ist aber nicht gesichert. Wegen der Landevorbereitungen und den
Truppentransportern in See konnte er am Anfang der Schlacht nur zehn Panzerschiffe gegen
Tegetthoff schicken. Das Panzerschiff RN Formidabile, beschädigt während des Angriffes
auf den Hafen von Lissa, segelte nach Ancona, Terribile fiel hinter Komitza zurück und
die Holzschiffe luden die Landungstruppen, Boote und Ausrüstung. Als die Österreicher
den Angriff starteten, segelte Persano mit drei Panzerschiffen in jedem Geschwader in
Linienformation und entschied plötzlich, das Flaggschiff zu wechseln. Er verließ die RN
Re d´Italia und betrat die RN Affondatore, welche außerhalb der Gefechtsformation stand.
Durch diese Aktion stiftete er Verwirrung unter seinen Offizieren und zerriss die
Gefechtsformation, indem er einen Leerraum zwischen der Vorhut und der Mitte der Formation
schuf. Konteradmiral Tegetthoff bemerkte dies, und um 10:50 Uhr sprengte die
österreichische Flotte die italienische Gefechtsformation.
Die österreichischen Panzerschiffe drehten nach rechts ab und griffen das Zentrum der
feindlichen Formation an. Die Holzfregatten des zweiten Dreiecks, geführt vom
Linienschiff Kaiser, griffen die Italiener von hinten an, während die Kanonenboote,
nachdem sie von der italienischen Vorhut angegriffen wurden, von einigen italienischen
Schiffen verfolgt nach Norden segelten. Die italienischen Holzfregatten, unter dem
Kommando von Albini, nahmen nicht an der Schlacht teil. Der Kampf war in mehrere kleinere
Gefechte unterteilt. Der Hauptkampf war im Zentrum, wo Tegetthoff mit sieben
Panzerschiffen gegen vier Italienische focht. Daraus folgend wurde ein Exempel für die
richtige Verteilung der Einheiten geschaffen, welche ein entscheidender Teil der Schlacht
war. Dichter, schwarzer (Kohle-)Nebel sorgte auf dem Schlachtfeld für Verwirrung und half
Tegetthoff, seinen Plan zu realisieren. Das Artilleriefeuer wurde willkürlich auf die
feindlichen Schiffe, welche aus dem Nebel herauskamen, eröffnet, zum Teil auf
Entfernungen unter 50 Meter. |
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C. Frederik Sorenson: Seeschlacht von Lissa,
Heeresgeschichtliches Museum Wien |
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Die meisten Schiffe, speziell die österreichischen, versuchten, den
Feind zu rammen. Tegetthoffs Flaggschiff SMS Ferdinand Max leitete diese Versuche. Obwohl
unter einem unvorteilhaftem Winkel, rammte sie das Panzerschiff Palestro am Heck mit
solcher Kraft, dass die italienischen Matrosen am Heck der Palestro gegen den Bug der
Ferdinand Max geschleudert wurden. Nachdem Tegetthoff geschrien hatte: Wer will die
Flagge haben? rannte der kroatische Offiziersanwärter Nikola Karkovic zu der
Flagge, nahm sie an sich und lief unter schwerstem Gewehrfeuer auf sein Schiff zurück.
Die Fahne war die erste Trophäe in der Schlacht.
Zur selben Zeit lag die Kaiser unter schwererm Feuer von hinten. Das italienische
Flaggschiff, die Affondatore, nahm an diesen Angriffen teil. Die Kaiser vermied zweimal,
von der Affondatore gerammt zu werden und feuerte eine Breitseite aus kurzer Entfernung
auf die Affondatore. Obwohl die Kanonen der Kaiser schwächer als die des italienischen
Gegner waren und die Panzerung nicht durchschlagen konnten, richteten zwei Dutzend
Geschosse bei der Affondatore beträchtlichen Schaden an. Nach einem weiteren Duell mit
einem anderen Panzerschiff musste sich die Kaiser mit zerstörten Aufbauten in den Hafen
von Lissa zurückziehen.
Re d'Italia lag unter schwerem Feuer und die Palestro versuchte, ihr zu Hilfe zu eilen.
Nachdem sie von der Ferdinand Max gerammt wurde, erlitt die Palestro zahlreiche Treffer.
Feuer brach aus und sie zog sich zur gleichen Zeit wie die Kaiser vom Schlachtfeld
zurück. Zwei andere italienische Schiffe nahmen die Palestro in Schlepp und die Besatzung
wurde mit Booten von Bord gebracht. Kapitän Capellini stoppte die Räumung des Schiffes
und blieb mit seiner Mannschaft freiwillig an Bord und kämpfte gegen das Feuer. |
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Der Untergang der Re d'Italia
Michael Sanderson, 'Lissa, 20 July 1866' |
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Währenddessen erreichte die Schlacht ihren Höhepunkt. Das Ruder der
Re d'Italia war beschädigt und sie wurde zum Anhalten gezwungen. Konteradmiral Tegetthoff
bemerkte dies, segelte um 11:30 Uhr mit voller Geschwindigkeit (11,5 Knoten) auf sie zu
und rammte die Re d'Italia auf der Backbordseite. Das italienische Schiff sank in drei
Minuten und nahm 381 Matrosen mit in die Tiefe.
Persanos ganze Aufmerksamkeit sank, er setzte ständig Flaggensignale wie: Die
Flotte soll den Feind jagen, freies manövrieren, freies segeln, Jedes Schiff,
das nicht kämpft, ist nicht in seiner Position, Folgen Sie ihrem Kommandanten
in Linienformation. Viele Kapitäne missachteten das Signal, weil sie nichts von
Persanos Schiffwechsel wussten.
Gegen 12:15 Uhr war der intensivste Teil der Schlacht beendet. Die österreichischen
Schiffe liefen in drei parallelen Linien nach Norden zum Hafen von Lissa. Die Italiener
segelten in zwei Linien westlich der Österreicher. Einige sporadische Schüsse wurden
noch bis 14:00 Uhr ausgetauscht, als man das Feuer komplett einstellte. Eine halbe Stunde
später sank die Palestro durch explodierende Munition, welche durch das Feuer gezündet
wurde. Nur 19 Mann von 250 überlebten.
Keine der beiden Parteien versuchte den Kampf nachmittags weiterzuführen. In
zahlenmäßiger Überlegenheit, aber demoralisiert und ohne Kohle und Munition verließen
die Italiener bei Sonnenuntergang das Schlachtfeld und zogen sich nach Ancona zurück. |
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| Ergebnis |
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| Mehrere Panzerschiffe auf beiden Seiten wurden leicht beschädigt. Der
Untergang der Affondatore in Ancona 3 Tage später wurde durch die Beschädigungen im
Verlauf der Schlacht hervorgerufen. |
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Die italienische Fregatte Prinz Umberto bei der
Bergung von Überlebendenden der Re d'Italia |
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Die Schlacht von Lissa war das erste Seegefecht der europäischen
Geschichte, in dem Panzerschiffe eingesetzt wurden und beeinflusste die Entwicklung der
Marinetaktik in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, allerdings wurde dabei der
Rammtaktik zu viel Aufmerksamkeit geschenkt. Nur einige Schiffe waren speziell dafür
ausgestattet und nur wenige der Rammversuche während der Schlacht hatten auch
tatsächlich Erfolg. Mit der Entwicklung durchschlagskräftigerer Kanonen, die Schiffe
schon versenken konnten, während sie sich dem Gegner zum Rammen näherten, erwies sich
diese Taktik als unzeitgemäß. Fakt ist, dass die Italiener zahlreichere und bessere
Schiffe als die Österreicher besaßen, dies aber in der Schlacht nicht zum Vorteil nutzen
konnten. Die Italiener besaßen wenig Erfahrung und wurden schlecht geführt, was nicht
nur in dieser Schlacht entscheidend war, sondern auch in den Gefechten des Ersten und
Zweiten Weltkrieges. Die Niederlage in der Schlacht um Lissa wurde von den Italienern als
Tragödie angesehen. Admiral Persano wurde seines Amtes enthoben und aus dem Marinedienst
entlassen. Tegetthoff hingegen wurde für Mut und Tapferkeit zum Vizeadmiral befördert.
Die österreichische Flotte gewann den Kampf, weil die entscheidenden Befehle ohne
Verzögerung gegeben wurden, der Schlachtplan hervorragend ausgearbeitet war, die
Mannschaften tapfer und gut ausgebildet waren. Ein wesentlicher Teil des Erfolgs wurde
durch die entschlossene Vorgehensweise von Konteradmiral Tegetthoff begründet. Es wurde
oft gesagt, die Schlacht von Lissa sei ein Exempel dafür, dass eine Flotte von hölzernen
Schiffen, geführt von einem eisernen Admiral mehr ausrichten kann, als eine Flotte von
eisernen Schiffen mit einem hölzernen Admiral. Die österreichischen Matrosen hatten
nicht nur Respekt vor Tegetthoff, sie schätzten ihn auch als Kommandanten. Zudem ist
interessant, dass unter den 7.871 Seeleuten mehr als 5.000 Kroaten waren. Sie waren im
Zivilberuf meistens Matrosen, Fischer oder andere Küstenbewohner und im Umgang mit
Schiffen und der See geübt. Ihr Beitrag zum Sieg war unbezahlbar. Einer der berühmtesten
kroatischen Seeleute war Marko Florio, der Kapitän der Holzfregatte SMS Erzherzog
Friedrich, welche im zweiten Geschwader fuhr. Die erbeutete Fahne der Palestro wurde in
kleine Teile zerteilt und nach der Schlacht an unterschiedliche Personen ausgegeben. Ein
Teil befand sich bis 1918 im Marinemuseum in Pula, bis die Italiener das Museum einnahmen.
Die Nachfahren von Nikola Karkovic sollen noch immer im Besitz eines Stücks der Fahne
sein, welches heutzutage unbezahlbar sein soll. Die Tradition der Schlacht von Lissa lebte
noch lange fort in Seemannsgeschichten und Volksliedern entlang der Kroatischen Küste. |
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Text auszugsweise aus |
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